Argula von Grumbach Denkmal Lenting

 

Argula von Grumbach Denkmal
in Lenting

 

— UPDATE —

Unter Mitarbeit des Künstlers Stefan Weyergraf gen. Streit wurden nun die Bild- und Textblätter auf den Hintergund montiert. Nun ist das Denkmal selbst bereit für die Einweihung am 29. Oktober 2017, 15.30 Uhr.

 

— UPDATE —

In Eigenleistung hat der Geschichtskreis Lenting das Pflaster um die Denkmalgrundform gelegt. Es also auch im Umfeld des Denkmals auf die Enthüllung zu, die am 29. Oktober sein wird.

 

— UPDATE —

Das Denkmal steht – im Rohbau. Heute wurden die Grundplatten auf dem Fundament fixiert. Im Herbst – kurz vor der Einweihung am 29. Oktober – werden die Figuren und die Schrifttafeln aufgeklebt.

 

Argula von Grumbach Denkmal
in Lenting

— UPDATE —

Der Bau des Fundamentes für das Denkmal der mutigen Argula von Grumbach in Lenting gegenüber des Rathauses hat begonnen. Dennoch brauchen der Geschichtskreis Lenting und die Evangelische Kirchengemeinde Ihre Unterstützung:

 

Argula von Grumbach Denkmal
in Lenting

—   UPDATE   —

Der Bau des Fundamentes für das Denkmal der mutigen Argula von Grumbach in Lenting gegenüber des Rathauses hat begonnen. Dennoch brauchen der Geschichtskreis Lenting und die Evangelische Kirchengemeinde Ihre Unterstützung:

Bis heute konnten der Geschichtskreis Lenting und die evangelische Kirchengemeinde ihre Finanzierungszusage von je 5.000 € leider noch nicht einhalten. Damit das Denkmal für die für die Reformationsgeschichte bedeutende Frau, Argula von Grumbach, wie geplant am 29. Oktober eingeweiht werden kann, bitte wir weiterhin um Spenden auf unserem Konto:

Evangelisches Pfarramt St. Paulus
Sparkasse Ingolstadt – IBAN DE64721500000000592824
Verwendungszweck: „Denkmal“

Zwei vollständige Tafeln sowie ein Modell des Denkmals können sie hier sehen.

 

Geplantes Denkmal
für Argula von Grumbach in Lenting

Die Reformation, die mit der Veröffentlichung der 95 Thesen durch Martin Luther 1517 begann, führte in der Folge nicht nur zur Entstehung der evangelischen Kirche, sondern auch zu tiefgreifenden Reformen in der katholischen Kirche, die bis heute nachwirken. Die dadurch in Europa ausgelösten geistig-gesellschaftlichen Veränderungen prägen bis heute die Neuzeit. Ohne die Reformation wären heute selbstverständliche Errungenschaften wie die moderne Demokratie, die auf den Leitgedanken der französischen Revolution – Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – beruht, die Gleichberechtigung der Geschlechter oder die Menschenrechte nicht denkbar.

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In Lenting lebte zu dieser Zeit die Adelsfrau Argula von Grumbach, die durch ihre Schriften aktiv auf den Dialog der Reformation Einfluss nahm und als mutige Frau weit über die Region hinaus bekannt wurde. Argula wurde als Tochter des Reichsfreiherrn Bernhardin von Stauff und seiner Frau Katharina von Toerring zu Seefeld auf der Burg Ehrenfels im heutigen Beratzhausen geboren. Ihr Vater erhielt vom bayrischen Herzog Albrecht IV. das Amt eines Hauptmannes von Landshut. Argula kam als Hoffräulein an den Münchener Hof zur Herzogin Kunigunde, einer gebildeten Frau, der sie ihre Bildung verdankte. Als ihre beiden Eltern 1509 innerhalb von fünf Tagen an der Pest starben, nahm sich die Herzogin ihrer besonders an. 1510 heiratete sie den fränkischen Reichsritter Friedrich von Grumbach zu Lenting und Burggrumbach. Im Wasserschloss in Lenting – heute noch ein Gehöft mit Resten des Grabens erhalten – wohnt die Familie bis 1515 und wieder ab 1523. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Georg, Hans Georg, Gottfried und Appolonia, von denen nur Gottfried seine Mutter überlebte.

Die Auseinandersetzungen der Reformation gingen an ihr nicht unbeobachtet vorüber. Sie las die Schriften Martin Luthers und trat mit Paul Speratus in Verbindung. 1523 konnte sie von sich sagen, „von Dr. Martinus alles gelesen zu haben, was in deutscher Zunge ausgegangen“ sei. Sie schrieb auch selbst an Luther und stand mit Georg Spalatin und Andreas Osiander in Briefwechsel.

Als in Ingolstadt der 18-jährige Wittenberger Magister Arsacius Seehofer zum Widerruf gezwungen wurde,  trat sie mit einigen Sendschreiben an den Herzog und an die Universität heran, die großes Aufsehen erregten. Besonders bemerkenswert sind ihre beiden Schriften „Ain christentlich schrifft ainer Erbarn Frauen vom Adel, darin sy alle christentliche obrigkeit ermant, bey der Warheit und dem Wort Gottes zu bleyben und solches auf christenliche pflicht ernstlicher zu handthaben“ (1523) und „Wie eyn Christliche fraw des adels in Beiern durch jren in Gotlicher schrift wolgegründten Sendtbrieffe die hohenschul zuo Jngoldstat vmb das sie einen Euangelischen Juengling zuo wydersprechung des wort Gottes betrangt haben straffet.“ (1523). „Wie eyn Christliche fraw“ wurde rasch und zahlreich vervielfältigt, sodass in weniger als zwei Monaten nach der Abfassung bereits 14 Ausgaben erschienen waren.

Ihr Eintreten für die Reformation brachte ihr viel Leid ein. Ihrem Gatten wurde das Amt genommen, die Familie geriet in Not, die Verwandtschaft trat scharf gegen sie auf. Diese Rückschläge konnten Argula nicht bezwingen. Luther nannte sie in einem Brief „ein einzigartiges Werkzeug Christi“ und betonte, dass sie ihren großen Kampf mit Geist und christlichen Erkenntnis führe. Keiner ihrer Briefe an die Universität wurde jemals beantwortet und auch das persönliche Gespräch mit den Hohen Herren in Ingolstadt, das im Denkmal nach einer Zeichnung, die einen der Briefe Argulas zierte, dargestellt ist, fand so nie statt.

Argula setzte ihre Hoffnung auf den 2. Nürnberger Reichstag. Sie erschien dort und wurde vom Pfalzgrafen zu einem Gespräch gebeten. Ihre Hoffnungen verwirklichten sich jedoch nicht. Luther, der ihr selbst nicht schreiben konnte, bat Spalatin sie zu grüßen und zu trösten. 1530 besuchte sie Luther auf der Veste Coburg.

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Nachdem ihr Gatte gestorben war (ein Epitaph in der Lentinger Pfarrkirche St. Nikolaus zeugt davon), heiratete sie 1533 zum zweiten Mal, einen Grafen Schlick zu Passau, wurde aber bald wieder Witwe. Ihre Grabstätte befindet sich bei der evangelisch-lutherischen Pfarrkirche St. Sigismund in Zeilitzheim.

Der Geschichtskreis Lenting wird anlässlich des 500jährigen Jubiläums der Reformation ein Denkmal für die berühmte Bewohnerin von Lenting im Ort errichten. Bürgermeister und Gemeinderat stimmten diesem Vorschlag bereits zu und haben als Standort den Vorplatz der Grund- und Mittelschule Lenting beschlossen. Die Kommune Lenting wird sich finanziell ebenso an diesem Vorhaben beteiligen wie die evangelische Kirchengemeinde St. Paulus und der Geschichtskreis Lenting.

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Entsprechend der Idee eines „erzählenden Denkmals“ hat Stefan Weyergraf gen. Streit, der in Lenting geborene Künstler und Theologe, einen Entwurf erstellt, der inzwischen von allen Gremien verabschiedet wurde (siehe Bild). Die Figuren im oberen Teil der Flachplastik aus Metall zeigen Argula mit der Bibel im fiktiven Disput mit den Ingolstädter Professoren. Darunter gruppieren sich beidseitig zahlreiche Flugblätter, durch deren Verbreitung Argula weithin bekannt wurde. In diesem Bilderzyklus werden die Stationen ihres Lebens und Wirkens durch Bild und Text veranschaulicht.

Im Jahr des Reformationsjubiläums wird mit diesem Denkmal sowohl eine Erinnerung an eine der berühmtesten Einwohnerinnen Lentings geschaffen als auch ein Platz der Begegnung im Ort, der über Lenting hinaus Beachtung finden wird. Für die Verwirklichung ist die Evangelische Kirchengemeinde auf Ihre Hilfe angewiesen. Wenn Sie das Vorhaben unterstützen und Lenting zu einer überregional interessanten Sehenswürdigkeit verhelfen wollen, bitten wir Sie herzlich um Ihre Spende auf das Konto:

Evang.-Luth. Kirchengemeinde St. Paulus
IBAN: DE64 7215 0000 0000 5928 24 – BIC BYLADEM1ING
Verwendungszweck: „Denkmal“.

Sie erhalten selbstverständlich eine steuerlich nutzbare Zuwendungsbescheinigung. Die Spender werden als Zeichen des Dankes in einer Tafel nahe dem Denkmal namentlich erwähnt.

Weitere Informationen finden sie auf der Homepage des Geschichtskreises Lenting: gkr-lenting.de

(Unter der Verwendung des Wikipedia-Artikels zu Argula von Grumbach erstellt)